In der Reihe der Gespräche mit Verkehrspolitikern traf NEEÖ am 17. August 2026 im Grünen Klub Wien die Abg. z. NR Elisabeth Götze, Sprecherin der GRÜNEN für Mobilität, sowie ihren Fachkollegen Dr. Reinhard Gschöpf.

Seitens der NEEÖ wurden die zentralen Herausforderungen des österreichischen und internationalen Schienengüterverkehrs präsentiert. Ein Schwerpunkt lag auf dem Abbau regulatorischer und administrativer Hindernisse im grenzüberschreitenden Verkehr – Blockaden, die oft weniger mit Verkehrspolitik als vielmehr mit bürokratischen Prozessen zu tun haben. Die NEEÖ betonte, dass Österreich als Transitland von besonderer Bedeutung ist und dass praktisch jeder Schienengüterverkehr hier internationale Komponenten hat.

Ein zentrales Thema waren die wirtschaftlichen Konsequenzen von Infrastruktur-Engpässen und Baustellen – sowohl in Österreich als auch bei unseren Nachbarn, insbesondere in Deutschland. Streckensperren und Betriebsführungsprobleme führen zu Umleitungen und wirtschaftlichen Verlusten für die Branche. Die NEEÖ verdeutlichte, dass dadurch nicht bedienbare Kunden nur schwer wiedergewonnen werden können und dass eine bessere Koordination zwischen Infrastrukturbetreibern und Verkehrsunternehmen notwendig ist.

Die Gestaltung des Förderregimes für den Schienengüterverkehr der kommenden Jahre war weiteres Gesprächsthema. Die NEEÖ wies darauf hin, dass die Verlagerungsziele der Klimapolitik – die auch die GRÜNEN anstreben – nur dann erreichbar sind, wenn entsprechende Maßnahmen auf Seiten der Infrastrukturbetreiber und der Verkehrsministerien auf nationaler und EU-Ebene gesetzt werden.

Gefragt nach Diskriminierungen privater Eisenbahnverkehrsunternehmen bestätigte die NEEÖ, dass direkte Diskriminierungen seltener geworden sind und dass die Schlichtungsstellen SCG und SCK positiv bewertet werden. Dennoch laufen Verfahren in Einzelbereichen – wie Bahnstrom und Wegeentgelte – vor Gericht.

Ein strukturelles Thema war die geplante ÖBB-Reform. Die NEEÖ vertritt die Position, dass eine Herauslösung der ÖBB Infrastruktur aus dem Konzern, wie in den meisten EU-Ländern üblich, sinnvoll und sachlich notwendig wäre – eine Position, die auch von Grünen in Deutschland vertreten wird. Das Treffen verlief konstruktiv. Während die GRÜNEN eine grundsätzliche Sympathie für den Schienengüterverkehr mitbringen, zeigte sich auch: Das Wissen um die konkreten Hürden, denen die Branche täglich gegenübersteht, ist oft noch nicht umfassend vorhanden. Die NEEÖ konnte wichtige Informationen vermitteln und damit ein Verständnis schaffen, das künftige Entscheidungen prägen kann.

 

Foto v.l.n.r.: Heinrich Juritsch (NEEÖ-Obmann, LTE Austria), Abg. z. NR Elisabeth Götze (GRÜNE, Sprecherin für Mobilität), Georg Pammer (NEEÖ-Generalsekretär)