7.–8. Oktober 2026 | Schloss Seggau, Leibnitz
Fünf Vortragende, unterschiedliche Perspektiven und eine gemeinsame Frage: Wie lässt sich der europäische Schienengüterverkehr weiter stärken?
Bereits zum zweiten Mal lud das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen Österreich (NEEÖ) am 7. und 8. Oktober 2026 zu seinem Herbstfest nach Schloss Seggau. Mitglieder und Gäste aus Eisenbahnverkehrsunternehmen, Logistik, Infrastruktur und Wissenschaft nutzten die beiden Tage für fachliche Impulse und den persönlichen Austausch. Im Mittelpunkt des Vortragsprogramms am 8. Oktober stand die Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs.
Über Grenzen hinausdenken
NEEÖ-Obmann Heinrich Juritsch verwies auf die Entwicklung des privaten Schienengüterverkehrs in Österreich: Seit der Marktöffnung im Jahr 2000 ist dessen Bedeutung deutlich gewachsen. Bei Ganzzügen liegt der Marktanteil mittlerweile bei über 63 Prozent. Für weiteres Wachstum braucht es aus seiner Sicht vor allem bessere Rahmenbedingungen im grenzüberschreitenden Verkehr – von einheitlichen Betriebsvorschriften über eine gemeinsame Betriebssprache bis hin zu fairen Wettbewerbsbedingungen zwischen Straße und Schiene.
Fünf Impulse für die Zukunft der Schiene
Christian Kern (European Locomotive Leasing Group) zeigte, wie Mehrsystemlokomotiven grenzüberschreitende Transporte vereinfachen können. Kay Mitusch (Karlsruher Institut für Technologie) beleuchtete die Veränderungen am europäischen Schienengüterverkehrsmarkt und die zunehmende Konsolidierung.
Karl Schauer (LKW WALTER) brachte die Perspektive der Logistikwirtschaft ein und unterstrich das Potenzial für zusätzliche Transporte auf der Schiene – auch in Zusammenarbeit mit kleineren Eisenbahnverkehrsunternehmen. Peter Klimek (Supply Chain Intelligence Institute Austria) machte deutlich, wie eng internationale Lieferketten miteinander verflochten sind und wie wichtig Transparenz und Resilienz geworden sind.
Johann Pluy (ÖBB-Infrastruktur AG) widmete sich schließlich den infrastrukturellen Voraussetzungen. Er ermutigte die NEEÖ, die konkreten Kapazitätsbedürfnisse ihrer Mitgliedsunternehmen klar einzubringen.
Im Gespräch entstehen neue Perspektiven
In der anschließenden Podiumsdiskussion führte Moderator Tarek Leitner die unterschiedlichen Sichtweisen zusammen. Die Gespräche zeigten, wie wichtig der offene Dialog zwischen Eisenbahnen, Logistik, Infrastruktur und Wissenschaft ist – nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim persönlichen Austausch abseits des Programms.
Für die NEEÖ war die zweite Ausgabe von „Rail & its Magic“ damit erneut eine Gelegenheit, gemeinsame Herausforderungen zu benennen und den Blick auf konkrete Lösungen für einen wettbewerbsfähigen europäischen Schienengüterverkehr zu richten.
„Dem Schienengüterverkehr gehört die Zukunft!“ – Heinrich Juritsch, NEEÖ-Obmann










